!Mediengruppe Bitnik

OSTL HINE ECSION (Postal Machine Decision Part 1)
  • !Mediengruppe Bitnik, OSTL HINE ECSION (Postal Machine Decision Part 1), 2018
    Installationansicht © Foto Falk Wenzel
  • !Mediengruppe Bitnik, OSTL HINE ECSION (Postal Machine Decision Part 1), 2018
    Installationansicht © Foto Falk Wenzel

Logistik versteht sich als ein Verfahren, in dem jede Ausnahme von der Regel und jeder Fehler bereits geplant und mitgedacht sein will. Reibungslosigkeit zeugt von Planungsreife und optimierten Abläufen. Die Arbeit OSTL HINE ECSION (Postal Machine Decision Part 1), des Schweizer Kollektivs !Mediengruppe Bitnik fragt nach den Fehlstellen in logistischen Systemen, die heute überwiegend von Computern errechnete Entscheidungen treffen. Dazu wurden 21 Pakete über den deutschen Logistikdienstleister DHL Express als Sendung von Berlin verschickt und jedes Paket wurde gleichzeitig mit zwei Zieladressen versehen: Halle (Saale) und Brüssel.

Die Arbeit experimentiert mit einem Entscheidungsmoment, das so nicht vorgesehen ist, und greift dabei die 1965 entstandene Arbeit The Postman’s Choice von Ben Vautier auf, der noch den Briefträger über den finalen Zustellungsort einer zweifach adressierten Postkarte entscheiden lassen wollte. Auch heute sagt die Norm des digitalen Verfahrens, dass es für jede Versandeinheit einen Absender und einen eindeutigen Empfänger geben muss. Dazwischen arbeitet dann schematisch das logistische System mit Strichcodes, Scannern und programmierten Anordnungen. Autonome Urteile bei gleichwertiger Quellenlage erinnern nicht nur an Buridans Esel und sein Entscheidungsdilemma. Sie erzeugen Einsichten in ein System, welches im Normalfall unsichtbar arbeitet.

OSTL HINE ECSION (Postal Machine Decision Part 1), 2018
14 von 21 LED Leuchtbuchstaben, 14 von 21 gleichzeitig an zwei Ausstellungen adressierte und versandte Postpakete, Trafos, Kabel, Chromstahlröhren, Bügel, Fernseher mit Tracking-Webseite, Vollbild, 16:9

!Mediengruppe Bitnik sind die Künstler Carmen Weisskopf und Domagoj Smoljo. Ihre Arbeiten im und mit dem Internet spannen einen Bogen vom digitalen zum physischen Raum. Sie beteiligen sich mit einer neuen Mail Art Arbeit am diesjährigen Werkleitz Festival.