Doug Fishbone

Artificial Intelligence
  • Doug Fishbone, Artificial intelligence, 2018
    © Falk Wenzel

Die Arbeit Artificial Intelligence des Londoner Künstlers Doug Fishbone thematisiert Logistik unter touristischen Vorzeichen. An einem zentralen Ort der Stadt befindet sich ein digitaler Informationskiosk, wie wir ihn in Bahnhofshallen und anderen Orten des Transfers vorfinden. Eine Box mit einem Bildschirm, einem Schlitz zum Einwerfen von Münzen und einem seitlich angebrachten altertümlichen Telefonhörer ist die einzige Schnittstelle der Nutzerinnen und Nutzer zum Apparat. Beim Einwurf einer Münze startet eine Videoarbeit, die an eine standardisierte Foto-Slideshow erinnert, und die Stimme des Künstlers Fishbone erzählt von Dingen, Situationen und Menschen, die aus unserem Alltag verschwinden. Was für die von Fishbone beschriebenen Dinge gilt, trifft auch auf die semi-digitalen Helfer in städtischen Umgebungen zu – sie sind obsolet geworden. Ihre touristischen Funktionen, das Ermöglichen von Transaktionen wie dem Ticketverkauf oder als sogenannte Out-of-Home-Werbe-Hubs zu agieren, wird heute von mobilen Endgeräten übernommen. Die Logistik des Tourismus hat sich weiter individualisiert und angepasst. Artificial Intelligence geht hier als öffentliche Performance ein paar Schritte zurück und behauptet: „Was nicht mehr da ist, verrät manchmal mehr über einen Ort als das, was da ist.“

Artificial Intelligence, 2018
Digitaler Video-Kiosk, deutsche Version 2:48 min

Doug Fishbone ist ein amerikanischer Künstler, der in London lebt und arbeitet. 1991 erwarb er einen Bachelor of Arts am Amherst College in den USA und 2003 einen Master of Fine Arts am Goldsmiths College in London. Ausgewählte Einzelausstellungen: Tate Britain, London (2010-11), Rokeby, London (2010-11 und 2009) ), Gimpel Fils, London (2006) und 30.000 Bananen auf dem Trafalgar Square (2004).